Sinn einer USV – Was passiert bei einem Stromausfall oder einer Stromlücke?

In den letzten Monaten war das Thema Strom sparen omnipräsent. Es wurde von Stromlücken und Ausfällen im Winter 2022/23 gesprochen.

Zum Glück ist es bis jetzt nicht so weit gekommen. Denn ein längerer Stromausfall hätte katastrophale Folgen für die ganze Schweiz. Ich möchte dies ehrlich gesagt nicht miterleben. Denn ohne Strom geht nichts mehr.

Aus diesen Gründen werden wir auch oft von unseren Kunden auf das Thema angesprochen und möchten hiermit ein paar wichtige Fakten rund um das Thema liefern.

Was hätte ein längerer Stromausfall zur Folge?

Man könnte in den meisten Jobs nicht mehr Arbeiten, hätte bald kein Wasser mehr (da die Pumpen versagen), das WC könnte nur einmal gespült werden, das Licht ginge aus und es könnten keine Lebensmittel mehr gekühlt und frisch gehalten werden. Natürlich würde die Kommunikation inkl. Handy-Netz zusammenbrechen, kein Internet mehr zur Verfügung stehen usw. An die Folgen in der Gesundheitsbranche darf man gar nicht denken.

Hierzu gibt es das spannende Buch «Blackout – Morgen ist es zu spät» von Marc Elsberg. Natürlich ist in dem Thriller alles etwas überspitzt dargestellt – aber im Grundsatz ginge es in diese Richtung.

Buchtitel Blackout Marc Elsberg

Bildquelle: Wikipedia aus dem gleichnamigen Beitrag zum Buch Blackout – Morgen ist es zu spät

Aber wir haben doch eine USV / Notstrom?

Zu einer EDV-Anlage gehört auch eine USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) dazu. Was aber vielmals vergessen geht, ist der Umstand, dass eine USV nur eine begrenzte Laufzeit hat. Vielmals sind nur die Server angeschlossen, manchmal noch der Internet-Router oder der zentrale Serverswitch.

Man könnte jetzt einwenden, dass man einfach eine leistungsfähigere USV anschliesst. Jedoch auch eine sehr grosse USV (die entsprechend teuer ist) reicht im Krisenfall eventuell für eine Überbrückung von einer Stunde. Die Konsequenz daraus wäre der Einsatz von einem Notstrom-Dieselgenerator, welchen die grösseren Rechenzentren-Betreiber üblicherweise haben. Dadurch hätte man entsprechend so lange Strom, wie der vorhandene Diesel reicht.

Das ganze hat dann aber einen Hacken. In aller Regel ist nur der Serverraum abgesichert. Jedoch gibt es vielmals noch Netzwerk-Switches in den Stockwerken und die weiteren Geräte wie PCs, Drucker, WLAN Access Points wären somit auch nicht an der Notstrom angeschlossen. Somit würde zwar der Server weiter funktionieren – aber dies würde nichts bringen, da man keine Endgeräte zum Arbeiten hätte.

Internet und Telefonie

Ein wichtiger Punkt in der Kommunikation ist die Telefon-Anlage und das Internet bzw. Mail. Nehmen wir an, der Internet-Router und die Telefonie-Anlage sind an einer USV / Dieselgenerator angeschlossen. Nach 1 – 2 Stunden wird aber die Telefonzentrale im Dorf keinen Strom mehr haben, der Natel-Mast ebenfalls und die Internet-Infrastruktur wird auch bald nicht mehr funktionieren. Somit würde eine unabhängige Stromversorgung bald keinen Zweck mehr haben, da die generelle Kommunikations-Infrastruktur ausserhalb nicht mehr funktioniert.

Internet und Telefonie ohne Empfang

Zweck einer USV

Aber was ist dann der Zweck einer USV, wirst du dich fragen? Eine USV dient dazu, dass bei einem kurzen Stromausfall von 4-5 Minuten die Server weiterlaufen. Dauert der Ausfall länger, speist die USV die Server so lange mit dem nötigen Strom, bis diese von sich aus geregelt herunterfahren kann und so kein Datenverlust entsteht. Die entsprechend maximale Laufzeit – auch Autonomiezeit genannt – hängt vom jeweiligen Modell ab, das eingesetzt wird.

Ebenso wichtig ist auch die Stromqualität. Selbst wenn wir in der Schweiz eine qualitativ gute Stromversorgung haben, schützt die USV empfindliche Geräte vor starken Stromschwankungen, Kurzschlüssen, Blitzschlägen usw. Wichtige und empfindliche Geräte, die nicht an der USV eingesteckt sind, sollten an eine Spezial-Steckdosenleiste angeschlossen werden, die vor solchen Einflüssen schützt.

Beispiel einer USV
Quelle: Webseite des Herstellers der Marke APC

APC USV

Aber was ist nun mit der Stromlücke und was kann man tun?

Du siehst, dass das Thema komplex ist. Wir sind komplett vom Strom abhängig. Das lässt sich nicht schönreden. Aber man muss nicht schwarzmalen, denn in der Schweiz gibt’s extrem wenige und meist nur ganz kurze Stromausfälle. So reichte eine klassische USV bislang meist aus – oder im schlimmsten Fall stellt man die Arbeit für 1 – 2 Stunden ein.

Aber was macht man, wenn es doch mal zu einem längeren Stromausfall kommt? Dies kann z.B. auch durch einen Sturm oder Hochwasser passieren. Hierfür muss man als Firma / Organisation ein Notfallkonzept erstellen. Welche Arbeiten können noch ohne Strom gemacht werden? Wie könnte man mit den Kunden und Lieferanten minimal kommunizieren? Gibt es wichtige Daten, die auch offline (z.B. auf Papier) vorhanden sein müssen? Gibt es lebenswichtige Systeme und wie könnte man diese absichern?

Das aller wichtigste ist, dass es zu keinem längeren Stromausfall / Strommangel kommt. Hierfür kann jeder persönlich mithelfen, indem er Strom spart und sich mit erneuerbaren Energien auseinandersetzt.